Nachdem im vorigen Jahr aufgrund schwieriger Terminfindung leider kein Trainingslager stattfinden und sich auf die Saison nur durch einen Trainingstag am Hells Gate vorbereitet werden konnte, folgten am vergangenen (verlängerten) Wochenende die Devils der Einladung der Graz Dirty Sox und nahmen an einem Spring Camp im Ballpark Graz teil.
Während am Donnerstag zwei Devils die Direktroute vom Waldviertel nach Graz über Wieselburg nahmen und somit in den Genuss prächtigster Naturschauspiele kamen, machten sich zwei andere Devils, bewaffnet mit Schläger, Helmen und diversen anderen Utensilien, auf den Weg von Wien nach Graz mit dem Zug. Tags davor wurde noch aufgrund des halbleeren Zugs von einer Platzreservierung abgesehen; glücklicherweise stellte Alexander Wiesinger seine Managerfähigkeiten unter Beweis und ergatterte noch in der Ubahn am Weg zum Hauptbahnhof zwei Plätze im Zug nach Graz, welche sich mit besorgniserregender Schnelligkeit dezimierten. Während der Fahrt wurde in Erinnerungen an manch Zugfahrt nach Hohenems geschwelgt, bei welcher das ein oder andere Bacardi-Eistee getrunken und das ein oder andere Mitbringsel im Zug vergessen wurde. Doch an diesem Tag waren die Devils auf der vernünftigen Seite unterwegs, schließlich sollte bereits am Donnerstag ein erstes Training stattfinden, wodurch Bacardi-Eistee durch Isoclear und Proteinriegel getauscht wurden. Mit von der Partie sollte eigentlich auch Thomas Immervoll sein, welcher leider am Vortrag einen akuten Fall von Männergrippe erlitt und somit das Trainingslager aussetzen musste. Versuche zur Kontaktaufnahme scheiterten leider kläglich; geplagt von Fieberträumen war Thomas nicht mehr Herr sowohl seiner Sinne als auch seines Mobiltelephons (Zitat: „Ich glaube für ein Trainingslager eindeutig es auch morgen nicht reichen“). Ähnlichkeiten mit der Ausdrucksweise von Yoda aus Star Wars sind mit 99%iger Wahrscheinlichkeit zufällig…
Nach erfolgter Ankunft und Check-In im bereits bekannten NOVA-PARK Hotel, wurde direkt der Ballpark Graz angesteuert, wo Coach Mario von den Grazern bereits auf das Erscheinen der Devils als auch der Grazer Baseballer wartete. Etwas verwundert über das Privattraining (außer den Devils und dem Coach waren nur zwei andere Grazer anwesend) startete man nach einer kurzen Motivationsrede mit dem Aufwärmen, welches vor allem beim Krafttrainingsteil bereits einige Schweißperlen auf die Häupter der Devils trieb. Nach und nach trudelten auch die Grazer ein, wodurch einem Training nichts mehr im Wege stand. Highlight an diesem Tag war das Batting gegen die Pitchingmaschine, was einige Devils vor Herausforderungen stellte, während andere beherzt darauf losschlugen. Nach 4 h war das erste Training vorbei und nach kurzem Nasepudern im Hotel wurde der Abend in der Fliegerbar des Hotels (ein Flieger am Dach des Hotels, welches vor geraumer Zeit noch in Heidenreichstein stand) mit Gulasch, Salat, Schmankerlplatte, Bier, Wein Spritzer, Whiskey, Mai Tai und Rum beendet. Auch ein Tanzabend im Erdgeschoss des Hotels wurde nach dem Zapfenstreich in der Fliegerbar noch gecrasht, bevor es in die Schlafgemächer ging.
Putzmunter ging es nächsten Tag zum Frühstück. Putzmunter? Nein, einer der Devils hatte Probleme seinen wohlverdienten Schlaf zu halten, da sein Zimmergenosse (dessen Namen aus Datenschutzgründen nicht genannt werden darf) es einem Kebapspieß gleich machte und in der Nacht mehrere Male um die eigene Achse rotierte. Um doch noch zumindest einige Stunden Schlaf zu erwischen, wurde eine altehrwürdige Taktik von „Schlafthias“ angewandt und der Polster inklusive Kopf wanderten an das Fußende des Betts. Dies sorgte doch für einiges an Verwunderung bei Erwachen von „Kebabander des Großen“ (auch „Alexander der Gedrehte“ genannt). Beim Frühstück erfolgten diverse Schlafanalysen durch die Devils, welche sich in den Folgetagen noch als erfolgreich herausstellen sollten, da die Anzahl der geschlafenen Stunden von „Schlafthias“ ab Freitag durchaus mit der Anzahl der Rotationen seines Kollegen mithalten konnte. Bevor es zum Training ging, wurden die Waldviertler Körper noch durch die hoteleigene Sauna vorbereitet. Das Training wurde an diesem Tag durch Co-Coach Christian geführt, welcher seine Sache mindestens genauso gut machte wie Coach Mario. Nach diversen Infield- und Outfield-Drills (in Erinnerung geblieben sind jedenfalls die Spiele „Fang einen Tennisball mit dem Kappenschirm“ und „fang einen Tennisball mit einem Kübel“ kam es zum Highlight an diesem Tag: Livepitching-Schlagtraining. In der Zwischenzeit verdoppelte sich die Anzahl der Devils, da zwei weitere Devils die Reise aus der Hauptstadt Wien auf sich nahmen und noch 2h an diesem Tag trainieren wollten. Die ersten live gepitchten Bälle sahen die Devils dabei von folgenden Pitchern:
– Christian, seines Zeichens langjähriger Pitcher (und Obmann) der Grazer mit einem ähnlichen Legendenstatus wie Zella
– Jenika, Austauschstudentin aus Finnland und Spielerin in der höchsten Liga der Finnischen Nationalsportart Pesäpallo (= finnisches Basesball), welche einen schärferen Wurf als alle anwesenden Devils gemeinsam hatte (man munkelt, dass Rainer Fuchs gern mit ihr werfen würde, welcher es liebt, scharf geworfene Bälle auf kurze Distanz zu fangen)
– Seby von den Devils, welcher sein Talent ebenfalls unter Beweis stellte und mehrere Strike-Outs erzielte
Am Abend wurde abermals die Fliegerbar besucht und sich durch diverse Getränkekarten durchgekostet. Der etwas überdrehte Kellner verscheuchte dabei einen Hund durch Nachahmen diverser Tierlaute, was doch auch für Erheiterung bei den Devils sorgte. Markus Böhm erwies sich als Whiskeykenner, während Christian Pollak-Müllner (CPM) der ihm von Markus empfohlene besonders rauchige Whiskey nur bedingt schmeckte. Gezeichnet von den Strapazen der Anfahrt warf Andreas Kugler bereits vor Zapfenstreich das Handtuch und begab sich ins Schlafgemach. Dummerweise hatte sein Zimmerkollege Sebastian Pollak aber keinen eigenen Schlüssel; dies sollte sich später noch als Problem herausstellen. Als nämlich das letzte Glas getrunken, der letzte Witz erzählt, und der letzte Vertrag begutachtet war und Seby seinen wohlverdienten Schlaf antreten wollte, war Andi blöderweise bereits eingeschlafen und sämtliche Versuche ihn durch Anrufe oder Klopfen zu wecken, scheiterten kläglich. Nachdem bereits gefühlt das halbe Stockwerk wach war, gelang es Seby aber doch noch durch trommelähnliche Geräusche Andi aus seinem Tiefschlaf zu wecken. Somit nahm auch dieser Tag noch ein gutes Ende, nachdem Seby sich in Gedanken bereits im Flur schafen sah.
Der Samstag stand ganz im Zeichen von Fieldingdrills – viele verschiedene Situationen wurden geübt, Ground- und Flyballs wurden gefangen (oder auch fallengelassen) und auch Catcherübungen kamen nicht zu kurz. Das Mittagessen wurden dankenswerterweise von Paul Knapp von den Grazern in Form von Pizzen und (antialkoholischen) Getränken gesponsert, welcher einige Wochen zuvor seinen 40er feierte – auf diesem Wege nochmals alles Gute und vielen Dank für die Verpflegung. Als Abschluss an diesem Tag wurde ein Small-Ball-Fun-Bunt Game als Duell zwischen den Devils und den Dirty Sox gespielt. Die Devils starteten in der Verteidigung und konnten trotz mehrerer Baserunner Punkte durch die Heimmannschaft verhindern. Im Gegenzug gelang es Alexander Wiesinger als Lead-Off sofort die zweite Base (durch einen Überwurf auf 1st Base) zu erreichen. Kluge Bunts schickten Xandy auch recht schnell über die Homeplate; somit war der erste Zwischenstand 1:0. In der Folge dominierten die Verteidigungen, vor allem auf Seiten der Devils wurden fast keine Baserunner mehr zugelassen; hauptverantwortlich hierfür war Andreas Kugler, welcher mit mehreren knappen Assists auf 1st glänzte. Die Androhung von Christian Mayer nach dem 1:0 („ihr werdets keine Punkte mehr machen“) sollte sich somit zwar bewahrheiten, dass die Grazer selbst aber gar keine Punkte erzielen würden, hatte er vermutlich nicht am Schirm… Somit feierten die Devils ihren ersten Sieg im Jahr 2025 in diesem sehr spaßigen Buntgame. Weiteres Highlight war ein am selben Feld stattfindendes Cricket Game (der Ballpark wird sowohl für Baseball als auch für Cricket genutzt), welches man nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Nach drei Tagen Training bereits sichtlich gezeichnet, wurden im Hotel die müden Glieder durch mehrere Saunaaufgüsse, einige Bahnen im Hallenbad sowie einem Kurzaufenthalt im Whirlpool wieder in Schuss gebracht. Vor allem der Whirlpoolaufenhtalt sollte Matthias Weissenböck in Erinnerung bleiben, welcher eine Kurzbekanntschaft mit einem etwas beleibten, etwas betrunkenen Grazer machte, welcher eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Peter Griffin und mindestens genauso dumme Sprüche aufwies. Der Abend wurde in der Stadt mit den Grazern bei Speis und Trank verbracht, wobei sich die Anfahrt mit dem Taxi als etwas abenteuerlich erwies (der Taxifahrer war zu früh dran und wollte nur mit der halben Mannschaft losfahren; weiters wurde ein in der Stadt vor dem Taxi nicht ausweichender, leicht bekifft wirkender Typ vom Taxifahrer wüst beschimpft). Im Lokal „Brot und Spiele“ angelangt, erfuhren die Devils einiges über die Vereinsgeschichte der Dirty Sox (unter anderem, dass die Dirty Sox als einzige von fünf Grazer Baseballmannschaften übrig blieb). Nach einigen Absackergetränken in einem anderen Beisl wurde gegen 2 Uhr nachts die Heimreise angetreten (wobei man sich nach einem kurzen Spaziergang, bei dem man noch den bekannten Uhrturm am Schlossberg erblickte, doch für ein Taxi entschied).
Am letzten Tag lag nochmals der Fokus auf Battingdrills. Aufgrund des doch eher bescheidenen Wetters wurde entschieden, die Mittagspause zu skippen und stattdessen bereits früher Schluss zu machen. Erneut wurde auf die Pichtingmaschine geschlagen sowie diverse andere Hittingdrills durchgeführt. Bevor die Heimreise angetreten wurde, übergaben die Devils als Dankeschön an die Grazer Baseballer noch eine Kiste feinsten Zwettler Biergenusses. Um sich vor der Heimfahrt noch zu stärken, wurde noch der McDonalds in Graz aufgesucht – eben jener McDonalds bei dem ein Mitglied der Devils zwei Jahre zuvor in einen Niesanfall verfiel und dabei ein Kind fast zu Tode erschreckte (ja Mex, du bist damit gemeint). Bei der Heimfahrt wurde Andreas Kugler noch in altehrwürdige Lieder aus vergangenen Jugendzeiten aus Alt-Weitra eingeweiht (Check it out: K2 – der Berg ruft – https://www.youtube.com/watch?v=1jqPusYXJ7s).
Alles in allem ein höchst gelungenes Trainingslager, bei dem die Devils viele Gelegenheiten hatten, an ihren Fähigkeiten zu arbeiten, um auf die kommende Saison bestmöglich vorbereitet zu sein. Auch der Spaß kam an diesem Wochenende nicht zu kurz – mit der genau richtigen Mischung aus Spaß, Ernst und Sport bleiben die Coaches Mario und Christian in bester Erinnerung. Ein großes Dankeschön an die Graz Dirty Sox für die Einladung, wir kommen gerne wieder! Wir freuen uns schon auf den Heimtermin am 24.05.2025, bei denen wir die Grazer empfangen dürfen und auch am Hellsgate der Schlachtruf der Dirty Sox erklingen wird: What do we yell – Sox smell!



0 Kommentare