Anrainerproteste erfolgreich – Hells Gate erhält neues Gesicht

NÖN-Artikel zeigt verspätet Wirkung – Umbau des Hell´s Gate gestoppt

Anrainerproteste erfolgreich – Hells Gate erhält neues Gesicht

01.Apr 2020 | 2020, Alle

NÖN-Artikel zeigt verspätet Wirkung – Umbau des Hell´s Gate gestoppt

Die im Vorjahr größtenteils abgeschlossenen Umbauarbeiten am Hell´s Gate riefen umgehend den Unmut einiger Anrainer hervor, was auch seitens der Niederösterreichischen Nachrichten prominent beleuchtet wurde. Ob es an der zum Kantinenwagen und zur Corporate Idendity des Vereines passenden Farbe, oder an der Neuheit der angeschafften Container lag, war seinerzeit nicht eruierbar (siehe dazu NÖN Ausgabe der KW 26/2019).

Nachdem im Spätherbst 2019 die letzten Arbeiten von Seiten der Gemeinde vorgenommen wurden und die sogenannten Pyramiden von AW aka die Erdhügel zwischen dem neuen Sanitär- und Lagerbereich sowie dem eigentlichen Sportplatz begradigt wurden begannen die Devils damit, die letzten Überreste des „Hell´s Gate alt“ zu entfernen. Unter anderem wurde die vor 19 Jahren aufgestellte Holzhütte in den vergangenen Wochen abgetragen.

Ausgehend von der Berichterstattung wurden jedoch verschiedene Stellen aktiv und nahmen das Umbauprojekt am Baseballplatz in Altweitra näher unter die Lupe.

Unter anderem erging am 1.4.2020 der Bescheid des Bundesdenkmalamtes an die Vereinsleitung, dass der ursprüngliche Zustand teilweise wieder hergestellt werden muss.
In dem Bescheid heißt es:

„Nach eingehender Prüfung teilen wir Ihnen hiermit mit, dass Bauwerke, die zum größten Teil (ab etwa 90%) aus Holz bestehen, automatisch nach 15 Jahren gemäß Denkmalschutzgesetz (DMSG), insbesondere gemäß der am 1.Januar 2000 in Kraft getretenen Novelle (Bgbl Nr 170/1999), in die höchste Schutzklasse fallen.
[….]
Weiters stellen wir fest, dass aufgrund der Entsorgung außerhalb des Gemeindegebietes (Anm. d. Red.: Das Wertstoffsammelzentrum befindet sich in Weitra) ein Verstoß gegen die eingangs erwähnte Novelle, insbesonders gegen das dort festgesetzte Ausfuhrverbotsgesetz vorliegt. Dies wurde an die Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet, die den Strafrahmen dafür festzusetzen hat.
[….]
Die Abteilung für Archäologie schützt, pflegt, erforscht und dokumentiert das archäologische Erbe Österreichs und stellt hiermit fest, dass das Abtragen der Pyramiden von AW unrechtmäßig erfolgt ist.
In jedem Bundesland steht eine Gebietsbetreuerin oder ein Gebietsbetreuer vor Ort für Anfragen, Anträge und Fundmeldungen sowie für Auskunft in allen Fragen des archäologischen Denkmalschutzes und der archäologischen Denkmalpflege zur Verfügung. Archäologische Voruntersuchungen und Grabungen hätten hierzu beim zuständigen Gebietsbetreuer angefordert werden müssen, bevor eigenmächtig für Forschung relevante Fundstellen unwiderruflich zerstört werden.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aus Sicht des Bundesdenkmalamtes sowie der Unterabteilung für Archäologie der Ursprungszustand der beiden schützenswerten Bauwerke unverzüglich wieder herzustellen ist. [….]“

Um nun die bereits entsorgten Holz- und Metallreste schnellstmöglich wieder zum Hells Gate zu transportieren, und in weiterer Folge die Holzhütte wieder aufzubauen, ist eine Sondergenehmigung des Bundesministerium für Gesundheit nötig, da der Transfer der arbeitsbereiten Devils-Mitglieder aus Wien und dessen Umland ansonsten gegen die derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen verstoßen würde. Evtl. lässt sich dieser Vorgang dadurch beschleunigen, dass die RED DEVILS eine Untersektion „Baugenossenschaft“ eröffnen, und die jeweiligen Mitgleideroffiziell als Bauarbeiter deklarieren zu können. So wäre aufgrund der Sonderbewilligungen für Baufirmen eine gesetzkonforme Abwicklung denkbar. Als Sektionsleiter würde hier Tim „Häuslbauer“ Hoffelner fungieren.

Um den geforderten Zustand so rasch wie möglich wieder herstellen zu können (und um weitere finanzielle Belastungen für den Verein und die Gemeinde zu vermeiden) benötigen die RED DEVILS dennoch die Hilfe von so vielen Freiwilligen wie möglich – der Termin wird so rasch wie möglich nach Ende der aktuellen Ausgangsbeschränkungen verlautbart.

In weiterer Folge wird es auch bei den „störenden Containern“ eine Änderung geben. Die derzeit in der Vereinsfarbe dunkelblau gehaltenen Lager- und Sanitärcontainer, sowie der Kantinenwagen werden äußerlich komplett umgestaltet. Der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Künstler Hermann Nitsch, der mit seinen Schüttbildern und provokanten Aktionen berühmt wurde, hat den DEVILS seine Unterstützung zugesagt. „Ich habe mich schon immer dort eingesetzt, wo es kontroversiell wurde.“ so der inzwischen 82-jährige Künstler aus dem Weinviertel. „Das reine, durchgehende Blau, das derzeit am Hells Gate vorherrscht, ist derart angepasst und konformistisch, dass dies der Bevölkerung berechtigterweise sauer aufstößt. Hier müssen progressive, neue, teilweise auch destruktiv-unkonventionelle Elemente eingesetzt werden, um den Roten Teufeln zu jenem Erscheinungsbild zu verhelfen, das ihrem Naturell entspricht. Gerne stehe ich diesen jungen, motivierten Sportlern mit meiner reichen Erfahrung als Aktionsmaler zur Verfügung. Benzin, Öl, Fruchtsäfte, Blut, Eidotterschleim. Flüssigkeiten, die auch über ihren Geruch wahrnehmbar sind – so stelle ich mir eine Ausgestaltung der Containerlandschaft vor.“

Auch hier wird man seitens der RED DEVILS auf ein Abklingen der Coronavirus-Infiziertenzahlen warten müssen, dennoch blicken die Baseballer positiv und optimistisch in das kommende Jahr.

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